Mehr, immer mehr – und doch unerfüllt?
Ständig mehr erreichen, besitzen, optimieren – und dennoch bleibt oft ein Gefühl von innerer Leere und Unzufriedenheit. Warum reicht es nie? In diesem Artikel erfährst du, warum das Streben nach „mehr“ nicht automatisch zu Glück und Fülle führt. Du lernst, wie du durch Loslassen, Selbstannahme und Achtsamkeit im Alltag wahre Zufriedenheit findest – und wie Yoga dir dabei helfen kann, dich selbst und das Leben auf neue Weise zu erleben.
Mehr, immer mehr – und doch unerfüllt?
Kennst du das Gefühl, immer noch etwas mehr tun, haben, verändern zu wollen – und trotzdem bleibt ein leiser Hunger, ein Gefühl von „nicht genug“?
Wir leben in einer Welt, die uns ständig einredet: Du musst anders sein, mehr erreichen, mehr besitzen.
Einmal innehalten – und nichts tun
Doch was passiert, wenn wir diesen Kreislauf unterbrechen und uns erlauben, einfach zu sein – so, wie wir sind? Genau dann wissen wir im ersten Moment oft gar nicht, wie das geht, so zu sein, wie wir sind!
Durch unsere Erziehung und die Gesellschaft wird ja das andere täglich vorgelebt, sodass wir uns oft gar nicht erlauben, anders zu denken oder zu handeln. Daher bleiben wir oft in einem Gefühl hängen. Ich nenne es einmal:
Der endlose Hunger nach mehr
Egal, wie viel wir schon erreicht oder gesammelt haben – das Gefühl von „nicht genug“ bleibt oft bestehen.
Wir rennen immer weiter, dem Mehr hinterher, aber der innere Hunger wird nicht wirklich gestillt. Wir laufen immer weiter, erlauben uns keine Pausen, nehmen noch weitere Ziele dazu, treiben uns selbst zu Höchstleistungen an.
Fragen uns nicht mehr, ob wir noch in die richtige Richtung laufen. Verlieren uns selbst aus den Augen.
Wer bist du, wenn du nichts mehr tust?
Was wäre, wenn du so sein dürftest, wie du bist, und dich nicht im ständigen Vergleich und Optimieren verlieren würdest?
Richtig – im ersten Moment wüsstest du erstmal gar nicht so genau, wer du selbst eigentlich bist.
Doch das Tolle ist: Genau in diesem Moment, ja, es ist ein Moment der Erkenntnis, beginnt das größte Abenteuer deines Lebens.
Du entdeckst, du deckst auf, was für eine große Fülle in dir liegt. Jetzt fragst du dich vielleicht: Was soll das schon sein?
Wir sind es nicht gewohnt, dass das Alltägliche das Großartige ist – du kannst lachen, gehen, sprechen, kochen, gärtnern, doch wir messen diesen Dingen keinen Wert bei.
Und hier fängt es an: Diese Dinge machen dich aus.
Loslassen als Befreiung
Das ist etwas, was wir beim Yoga erfahren. Denn indem wir uns selbst zuwenden, geschieht eine Art von Loslassen – dem Rennen ein Loslassen entgegenzusetzen – und das erleben wir oft als Befreiung.
Im Yoga und in vielen Weisheitslehren ist das Loslassen – Vairagya – ein Schlüssel zur Zufriedenheit.
Nicht noch mehr anhäufen, sondern Ballast abwerfen.
Erst dann zeigt sich: Ich bin genug. Es ist genug.
„Durch beständiges Üben und Loslassen werden die Bewegungen im Geist ruhig.“
(Yoga Sutra 1.12, Patanjali)
Was kannst du heute sein lassen?
Vielleicht ist heute der Tag, an dem du dich fragst:
Was darf ich sein lassen?
Wo kann ich aufhören, mehr zu wollen – und beginnen, das Jetzt zu würdigen?
Denn:
Wahre Fülle entsteht, wenn du dich traust, weniger zu tun – und mehr zu sein